REGENSBURG – RWE 2:2 / RANDBEMERKUNGEN

Elfmeter & Rote Karte: Morabit wird von Hofmann gelegt

Nach dreizehn Minuten 0:2 hinten, bis zur Halbzeit den Ausgleich erkämpft, erspielt, erzwungen. In Anbetracht der bisher auswärts gezeigten Leistungen eine mehr als respektable Leistung des RWE. Zum Spielverlauf selbst ist bereits alles gesagt und geschrieben, dabei will ich es belassen.

Ein Wort zu Smail Morabit: Wenn das so weiter geht, werden bereits in der Winterpause die ersten Kaufwilligen am Steinhaus in der Arnstädter Straße vorsprechen. Es gibt faktisch keinen Spielertyp im modernen Fußball der begehrter ist, als ein technisch versierter, torgefährlicher Offensivallrounder. Ist uns mit ihm (ähm, uns meint in dem Fall Stefan Emmerling) tatsächlich ein ähnlicher Coup gelungen, wie seinerzeit bei den Verpflichtungen von Brückner und Bunjaku? Die Älteren werden sich erinnern. Anhängern und Mannschaft des RWE wäre das zu wünschen. Sollte es wirklich Begehrlichkeiten von anderen Clubs geben, wird der Verein dies situationsbezogen entscheiden müssen. Das ist das Schicksal des RWE und daran wird sich auch in Zukunft – vermutlich und leider – wenig ändern.

Auf die spielentscheidende und kontrovers diskutierte Elfmetersituation will ich dann doch kurz eingehen. Verbunden mit einer Kollegenschelte. Es gibt da ja das Webportal „liga3-online.de“. Das kommt dem Namen und der äußeren Anmutung nach sehr neutral daher. Das täuscht und ist pure Scheinobjektivität. Mir ist schon ein paar Mal aufgefallen, dass die Redaktion fast ausschließlich über ihre sogenannten Herzensvereine berichtet und das nicht sonderlich ausgewogen. Der Herzensverein des Redakteurs Tobias Braun ist der SSV Jahn Regenburg. Braun hielt es für nötig, einen seperaten Artikel über die Rote Karte gegen Michael Hofmann zu verfassen. Darin heißt es: „Eine Notbremse war das nicht, denn es standen hinter Hofmann noch zwei (sic!) weitere Jahnspieler, der Routinier war also nicht letzter Mann, was er bei einer Notbremse sein müsste.“ Das ist, mit Verlaub, Bullshit. Zum einen stand, wie jeder oben sehen kann, tatsächlich noch ein Regensburger Spieler hinter Hofmann. Es hätten aber auch drei sein können und es wäre trotzdem nur eins: irrelevant. Es ist eine Fünf-Sekunden-Internet-Mühe, sich der exakten Regel des DFB zu vergewissern. Und die geht so: „Ein Spieler … erhält die Rote Karte und wird des Feldes verwiesen, wenn er eines der folgendes Vergehen begeht: (u.a.) Vereiteln einer offensichtlichen Torchance für einen auf sein Tor zulaufenden Gegenspieler durch ein Vergehen, das mit Freistoß oder Strafstoß zu ahnden ist.“ Morabit umspielt Hofmann, dieser holt ihn von den Beinen  u n d  verhindert damit eine klare Torchance des RWE: Elfmeter und Rote Karte. Aus die Maus.

Klar, man kann über diese amtlich dekretierte Doppelbestrafung geteilter Meinung sein. Der DFB hat zu Anfang diesen Jahres bei der FIFA den Antrag gestellt diese Regel zu ändern. Sprich abzumildern und nur Gelb und Elfmeter als Strafe auszusprechen. Die Begründung von Lutz-Michael Fröhlich: mit dem Elfmeter würde dem Team des Gefoulten die klare Chance quasi zurückgegeben. So kann man das sehen und im vorliegenden Fall wäre es eine stimmige Entscheidung gewesen. Wenn diese Regel in Kraft wäre; was sie nicht ist. Als jemand der über Fußball schreibt, sollte man dies eigentlich wissen. Oder nachschlagen. Oder es eben bleiben lassen. Jedenfalls sollte man nicht mit pseudoobjektiven Nachrichten in dpa-Manier Meinung machen wollen.

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