RWO vs. RWE 0:1 / Mal wieder: Marcel Reichwein

Nicht nur ein Spiel verloren: Basler mobbt seinen Vorgänger Theo Schneider

Für den Bruchteil einer Sekunde hoffte ich die Jungs vom Ticker hätten nur die falsche Taste erwischt. Eine Rote Karte nach 5 Minuten – das kann nicht sein. Dann realisierte ich den dazugehörigen Namen: Olivier Caillas, okay, kann doch sein. Wenn man sich die Fernsehbilder anschaut, muss man dem Schiedsrichter leider Recht geben. Allerdings hätte Terranova für die vorausgehende Provokation Gelb sehen müssen. Caillas hatte an diesem Nachmittag seinen Meister gefunden. Dumm und unentschuldbar sind die Adjektive die mir dazu am ehesten einfallen. Doch wie auch immer die Strafen von Mannschaft, Verein und DFB ausfallen werden, eines steht fest: Ändern werden sie den 34jährigen Deutsch-Franzosen nicht mehr.

Kurioserweise hatte die folgende Unterzahl des RWE nicht den erwartbaren negativen Effekt. Im Gegenteil, die Mannschaft agierte in der Defensive hoch konzentriert und spielte sich gute Chancen heraus. Ich halte das von Stefan Emmerling favorisierte 4-4-2 für, na ja, taktisch etwas in die Jahre gekommen, muss aber zugeben, dass es bei derartigen Situationen seine Vorteile hat. Man verzichtet einfach auf einen der beiden Stürmer, der Rest der Formation bleibt taktisch unverändert. Bemerkenswert ist auch, dass Emmerling nach der Herausstellung von Caillas nicht wechseln musste. Eigentlich wollte ich zur letzten Kolumne unseres Pressesprechers einfach mal schweigen. Und bleibe bei diesem Vorsatz, bis auf die notwendige Feststellung, dass die von ihm kritisierte Aufstellung von Spielern auf Positionen die sie eigentlich nicht «gelernt» haben, aus meiner Sicht einen großen Vorteil und nicht das von Wilfried Mohren beklagte Gegenteil darstellt. Weidlich wurde auf die rechte Seite der Viererkette beordert, Rauw wechselte nach links und Manno agierte vor Weidlich im rechten Mittelfeld. Das erinnerte an das Heimspiel gegen Burghausen, jedenfalls was die Konstellation auf Rechts betrifft. Damals hatte sich der RWE viele gute Chancen herausgearbeitet, drei Tore geschossen und nur durch individuelle Fehlleistungen die drei Punkte her geschenkt. Über diese taktische Grundaufstellung sollte weiter nachgedacht werden. Mannos Platz im Sturm könnte von Morabit eingenommen werden. Zugegeben, das ist sehr offensiv, könnte aber im Steigerwaldstadion die Blockade im Offensivspiel brechen. Zudem erwarte ich von Babelsberg nicht, dass sie am kommenden Samstag ein Offensivfeuerwerk abzubrennen beabsichtigen. Das wird wohl eher auf märkischen Catenaccio hinauslaufen. Wir werden erneut auf eine sehr defensiv agierende Mannschaft treffen, da sollte jede taktische Option in die Überlegungen einbezogen werden. Und ich werde auch nicht der einzige sein, dem ein 3:3 lieber wäre, als ein weiteres torloses Remis.

Eine Einzelkritik will ich mir heute sparen. Die Mannschaft hat – unter schwierigen Voraussetzungen – als Team hervorragend funktioniert. Das war gegen fußballerisch limitierte, aber kämpferisch robust auftretende Mannschaften nie eine Stärke des RWE und ist deshalb umso bemerkenswerter.

Ob man deshalb, wie Gerald Müller in der heutigen Ausgabe der Thüringer Allgemeinen, sofort den Aufstiegskampf ausrufen muss, steht auf einem ganz anderen Blatt. Den Dritten (Saarbrücken) und den Tabellenfünfzehnten (Wiesbaden) trennen nur fünf Punkte. Es ist eng und vermutlich wird es das bis zum Schluss bleiben. Klar, niemand hätte etwas dagegen, wenn der RWE den in den letzten acht Spielen erreichten Zwei-Punkte-Schnitt dauerhaft beibehält um sich solcherart vom Mittelfeld abzusetzen. Zu erwarten ist das nicht, dazu sind die Spiele zu eng (wie z.B. das Torverhältnis vor Augen führt) und mithin die Resultate in einem nicht zu unterschätzenden Maße von Zufälligkeiten abhängig.

Über die Feiertage werde ich einen separaten Post zur Eskalation um den Einsatz von Pyrotechnik schreiben. Zu den konkreten Vorkommnissen am Samstag nur so viel: Jedem ist bewusst, dass der RWE über eine solide, aber notorisch klamme finanzielle Ausstattung verfügt. Die Strafen des DFB kennt ebenfalls jeder. Deshalb sind Aktionen wie die am Sonnabend vorsätzlich herbeigeführte Schädigungen der Wettbewerbsfähigkeit des FC Rot-Weiß Erfurt. Punkt. Ich verzichte hier jetzt auf den von einem positiven Menschenbild ausgehenden Zusatz: Das sollen sich bitteschön all jene überlegen, die den Einsatz von Bengalos am Samstag in Oberhausen zu verantworten haben. Denn – die haben sich das bereits überlegt und sich offensichtlich dafür entschieden genau das zu tun, was sie getan haben.

Caillas soll, nach Angaben Mario Baslers in der Pressekonferenz, den Oberhausener Trainer mehrfach als «Assi» bezeichnet haben. Nun, wenn das stimmt, dann kann ich dem Heißsporn im RWE-Trikot nur zustimmen. Was sich Basler unter der Woche geleistet hat, verdient keine andere Bezeichnung. Das ist ein neuer Tiefpunkt im Umgang von Trainern miteinander. Sicher, es gab schon immer die ein oder andere Nörgelei am Zustand einer übernommenen Mannschaft. Einem Kollegen allerdings die Fähigkeit abzusprechen seinen Beruf auszuüben ist an Bösartigkeit kaum zu überbieten. Das Problem mit derartigen Äußerungen ist generell, dass sie völlig ohne Beweise für die vorgetragene Behauptung auskommen. Es sind leicht durchschaubare Aussagen, die auf Kosten eines anderen Zeit verschaffen sollen. Man nennt es Mobbing: aggressiv, destruktiv und eben asozial.

Ein Kommentar

  1. rene sagt:

    man kann es aber auch als ablenkung von der eigenen (unfähigen) person abheften. mir ist so als wenn das die masche von herrn basler ist. zumindest ist mir so als wenn er das in burghausen auch schon so händelte.

    ein kollege sagte heute zu mir der basler ist wie der bild lothar nur das er in deutschland ist…

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