Tag Archiv für Schwartz

Rot-Weiss Erfurt vs. Hallescher FC 2:1 / Keine Luftgitarre

Das war eine gute Woche für den Fußballclub Rot-Weiß Erfurt. Erst wurde Präsident Rolf Rombach mit einem erstaunlichen Resultat im Amt bestätigt. Dann bestätigten die angestellten Kicker ihren Willen und ihre Fähigkeit, den Verein in der 3. Liga zu halten. Am Verdienst dieses Sieges gegen den Halleschen FC sind Zweifel unangebracht, selbst wenn er am Ende glücklich zustande kam.

Ich war sehr gespannt, wie RWE-Trainer Alois Schwartz mit dem Ausfall Morabits und dem personellen Überangebot überzeugend spielender Innenverteidiger umzugehen gedachte. Er ließ sich etwas Überraschendes einfallen: Oumari wurde als rein defensiver Sechser aufgestellt, während Pfingsten-Reddig und Engelhardt deutlich davor agierten. Mittels Oumaris Absicherung sollten sie mehr Druck nach vorn entfalten, um auf diese Weise Morabits Ausfall zu kompensieren. Das gelang zufriedenstellend. Oumari merkte man nicht an, dass er diese Position zum ersten Mal spielte, er gewann viele Zweikämpfe und leistete sich nur wenige Abspielfehler. Nach Ströhls Auswechslung stellte er seine Polyvalenz endgültig unter Beweis, als er für diesen auf die linke Seite der Viererkette wechselte. Engelhardt und Pfingsten-Reddig schlugen manchen klugen Pass nach vorne, leisteten sich aber auch das ein oder andere nicht ungefährliche Fehlabspiel. Aber der HFC war am Samstag nicht die Mannschaft, dies verwerten zu können. Ich wette darauf, dass wir diese Aufstellung im Mittelfeld, taktisch wie personell, nicht zum letzten Mal gesehen haben.

Ofosu-Ayeh verbrachte auf der rechten Abwehrseite einen ruhigen Nachmittag, was er leider nicht für eine aktivere Rolle im offensiven Flügelspiel zu nutzen wusste (oder durfte). Wenn der HFC über die Außen kam, dann mit dem sehr gefälligen Lindenhahn auf der anderen Seite. Dort hatte Ströhl große Mühe den quirligen Angreifer zu kontrollieren. Er wurde allerdings auch oft allein gelassen. Möckel und Kopilas absolvierten ihre defensiven Aufgaben routiniert und waren bei quasi allen eigenen Standards in der Hälfte des HFC präsent. Diese Präsenz sollte am Ende spielentscheidend werden. Tunjic zeigte sich deutlich verbessert. Es gelang ihm, einige Bälle im Angriff zu behaupten und zu verteilen. Er leistete sich nur wenige leichte Abspielfehler. Leider blieb ihm ein Tor versagt. Ganz ohne Zweifel war dies einer der besten Auftritte von Mijo Tunjic im Trikot des RWE.

Eines wird zudem immer offensichtlicher. Alois Schwartz baut auf Standards. Wir haben am Samstag 10 Ecken zugesprochen bekommen, gut die Hälfte davon war von brauchbarer Qualität. Das ist – gemessen an der Vorsaison – ein guter, fraglos aber noch steigerungsfähiger Wert. Doch die Qualität der Eingaben ist das eine, die Qualität der potenziellen Abnehmer ist mindestens ebenso relevant. Und hier hat sich gewaltig etwas zum Besseren verändert. Allein die körperliche Präsenz von Möckel, Kopilas und Oumari im gegnerischen Strafraum ist beeindruckend. Kein Zufall, dass dem Siegtor ein gewonnener Kopfball von Möckel vorausging, der (über kleine Umwege) Öztürk den Ball vor die einschussbereiten Füße geraten ließ und den Fans des RWE einen versöhnlichen Abschluss dieses aufgeregten und aufregenden Fußballjahres bescherte.

Ich wünsche Euch und Euren Familien ein richtig schönes Weihnachtsfest und einen rundum gelungenen Start ins Neue Jahr. Je nach persönlichem Temperament: besinnlich, fröhlich oder knallig laut.

Bedanke möchte ich mich für die Treue aller Leser dieses Blogs und die durchweg positive, sehr freundliche Resonanz. Bleibt mir gewogen.

Fedor Freytag

RWE vs. SV Wehen Wiesbaden 2:2 / Stabil auf der Intensivstation

Vom Punkt nicht zu stoppen: Nils Pfingsten-Reddig © www.fototifosi.de

Alois Schwartz hatte vor dem Spiel gewarnt. Wehen Wiesbaden sei fußballerisch besser als Rostock und gehöre eigentlich in gehobenere Regionen der Tabelle. Diese Einschätzung des RWE-Cheftrainers erwies sich als richtig. Mir ist es ein Rätsel, wie eine technisch so talentierte und taktisch reife Mannschaft sich Sorgen um den Ligaverbleib machen muss. Ist aber nur eine von vielen Fragen rund um diese seltsame 3. Liga. Und an dieser Stelle naturgemäß nicht die wichtigste.

Wieso die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt um den Erhalt des Profifußballs in ihrer Stadt bangen müssen, ist vergleichsweise einfach zu beantworten. Das Spiel am vergangenen Samstag bot besten Anschauungsunterricht. Ohne Zweifel, Alois Schwartz ist es gelungen, die Mannschaft zu stabilisieren. Die Frage ist jetzt, ob das dabei erreichte Niveau ausreichen wird, die Klasse zu halten. Sagen wir so: es könnte eng werden. Schwartz hat – sieht man von Änderungen aufgrund von Sperren und Verletzungen ab – seine Mannschaft und sein System gefunden. Der RWE hat in den letzten 5 Spielen nicht verloren und 9 Punkte geholt. Da die anderen Vereine in ähnlich prekärer Lage die unschöne und enervierende Angewohnheit haben ebenfalls Punkte zu sammeln, befinden wir uns aber wieder auf einem Abstiegsplatz. Die Leistung der Mannschaft ist fragil. Jede Substanzeinbuße bedeutet Punktverluste. Oumaris Ausfall war am Samstag nicht zu kompensieren. Weder defensiv noch offensiv. Seine beiden Innenverteidiger-Kollegen koproduzierten einträchtig den Elfmeter für Wiesbaden zum 2:2-Endstand. Erst Möckel mit einem Pass direkt aus der Hölle, dann Kopilas mit einem Zweikampfverhalten selben Ursprungs. Ich weiß, es ist nicht lange her, da hatte ich dem Duo Morabit und Drexler noch die Qualität einer RWE-Lebensversicherung zugesprochen – leider waren ihre Leistungen in den letzten beiden Heimspielen nicht durchweg geeignet, diese optimistische Prognose besonders plausibel erscheinen zu lassen.

Trotzdem, Möckel, Kopilas, Drexler und Morabit sind ganz eindeutig nicht das Problem der Mannschaft. Sie machen Fehler und/oder leisten sich schwächere Spiele, aber im Grunde gehören alle unbestritten zu den Leistungsträgern des Teams.

Es gibt allerdings zwei Positionen, bei denen ich den Langmut und das Zueinander-Finden-Lassen von Alois Schwartz nicht verstehe. Die eine betrifft die rechte Seite der Viererkette, momentan konstant besetzt mit Phil Ofosu-Ayeh. Defensiv werden uns derzeit die Schwächen auf dieser Seite von jedem Gegner um die Ohren gehauen. So auch am Samstag bei der Führung des SVWW, als sich Ofosu einen schlimmen Stellungsfehler leistete und wirkungslos im Niemandsland herumstand, als die torvorbereitende Eingabe über seine Seite erfolgte. Offensiv ist die mangelnde Passgenauigkeit unseres Rechtsverteidigers bereits in der vergangenen Saison ein steter Quell meiner Frustration gewesen. Daran hat sich leider nichts zum Besseren verändert. Warum, frage ich mich, sitzt beispielsweise Maik Baumgarten nur auf der Bank. Klar, die Position wäre für ihn ungewohnt, aber der Junge ist in der Lage mit neuen Situationen gut und schnell fertig zu werden. Und, mal ehrlich, so gewaltig ist das Risiko einer Verschlechterung nicht.

Die zweite eklatante Schwachstelle ist für mich Mijo Tunjic im Sturmzentrum. Es ist unstrittig: er läuft viel, er kämpft, gibt nie auf, wirft sich in jeden Ball. Ja, ja, ja. Aber, ein Zuspiel auf ihn bedeutet oft auch das abrupte Ende eines Erfurter Angriffs. Worin seine Fähigkeiten liegen, kann man erkennen, sobald der Ball im Strafraum ist – mit jeder Faser seines Körpers versucht er das Runde irgendwie ins Eckige zu bugsieren. In solchen Situationen ist er gefährlich. Dies jedoch ist ein Talent, dass beim RWE momentan vergeudet ist. Die Mannschaft erarbeitet sich viel zu wenige solcher Torbelagerungen. Vor allem eine Folge davon, dass das Flügelspiel nicht forciert wird (oder aufgrund mangelnder Qualität nicht forciert werden kann). Wenn aus dem Spiel heraus Gefahr für das gegnerische Tor entsteht, dann meist mit schnellen Kombinationen, die über die Mitte oder die Halbräume vorgetragen werden. Das aber ist nicht das Spiel des Mijo Tunjic und wird es vermutlich nie werden. Weshalb er bei diesen Gelegenheiten oft wie ein Fremdkörper agiert. Alternativen? Wenige! Dazu alle verbunden mit mehr oder weniger großen Umbauten in der Mannschaft. Hier muss in der anstehenden Transferperiode gehandelt werden. Ein Stürmer vom Typ des Wiesbadener Wohlfarth sollte eigentlich zu bekommen sein, der erzielt zwar auch nicht in jedem Spiel fünf Tore, ist aber in der Lage, Bälle sicher zu behaupten und auf nachrückende Spieler zu verteilen.

Bilanz: Spielerisch war der SV Wehen Wiesbaden die klar bessere Mannschaft. Der RWE konnte mit den vorhandenen Kontergelegenheiten wenig anfangen, kämpferisch wusste die Mannschaft von Alois Schwartz allerdings erneut zu überzeugen. Pressing und Gegenpressing funktionierten zufriedenstellend. Wurde der Ball dem Gegner abgenommen, fehlte es jedoch meist an allem, was den Aufwand eines Pressings rechtfertigt: schnelles, entschlossenes Umkehrspiel, verbunden mit hoher Passgenauigkeit bei gut abgestimmten Laufwegen. Zwei Standardtore mussten her, sonst hätten wir das Spiel verloren. Auf der anderen Seite konnte der SVWW mit seinem spielerischen Potenzial verblüffend wenig anfangen. Vermutlich der Hauptgrund, warum eines der fußballerisch besten Teams der Liga so weit im Süden der Tabelle schmort.

Und wenn ich nicht mehr lachen kann, dann schau‘ ich mir den Nachwuchs an. Sehr frei nach Erich Kästner. Es war schon in der letzten Saison ein probates Mittel – nach dürftigen Leistungen der Profis, ein Spiel der A-Junioren besuchen. Gestern gewann die Mannschaft von Christian Preußer 5:1 gegen den VfL Osnabrück. Der VfL ist Tabellenvierter und hatte bisher in 12 Ligaspielen ganze 11 Tore zugelassen. Spitzenwert in der Nordost-Staffel der Bundesliga. Gestern kamen fünf dazu. Bei eisigen Temperaturen sahen die Zuschauer eine kompakte, spielstarke Erfurter Mannschaft. Felix Robrecht, der im zentralen Mittelfeld defensiv wie offensiv den Takt vorgab, sowie Jonas Nietfeld ragten aus dem Kollektiv noch heraus. Nietfeld steht jetzt bei 9 Saisontoren und 15 Scorerpunkten. Damit führt er beide Liga-Statistiken an.

Was mir ungemein imponiert: Preußer gelingt es wieder, eine Mannschaft sukzessive zu verbessern. Im Vergleich zu den ersten Saisonspielen ist das fast komplett neu zusammengestellte Team kaum wieder zu erkennen. Selbst bei Pressing des Gegners wird versucht, die Situation spielerisch aufzulösen. Pressingresistenz nennen das die Taktikgurus. Die Mannschaft musste die letzte halbe Stunde in Unterzahl agieren. Der VfL machte Druck. Aber selbst während dieser Phase sah man kaum hektisch nach vorn gedroschene lange Bälle.

Ich weiß natürlich, dass man die 3.Liga und die A-Jugend-Bundesliga nur sehr behutsam miteinander vergleichen sollte. Doch genau dieser Mangel an Entwicklung zum fußballerisch Besseren (innerhalb einer Saison wohlgemerkt), nervt mich seit Jahren am Profiteam des RWE. Das war unter Emmerling nicht zu beobachten und daran hat sich leider wenig geändert. Nur, dass der Thrill diesmal existenzbedrohend ist.

SV Darmstadt 98 vs. RWE 0:1 / Die Mutter aller Arbeitssiege

Da ich heute und in den nächsten Tagen primär mit Rechnungen bezahlender «richtiger» Arbeit vollständig ausgelastet bin, gibt es nur einige knappe Stichworte zum Sieg des RWE in Darmstadt:

  • Fortschritt: Am Sonntag wurde in Darmstadt ein Spiel gewonnen, das der RWE vor wenigen Wochen vermutlich noch verloren hätte.
  • Kontinuität: Die Mannschaft hat für diesen Sieg gefightet. Wie schon gegen Babelsberg und Chemnitz ließ das Team von Alois Schwartz alle kämpferischen Primärtugenden erkennen, die benötigt werden, um in direkten Duellen mit ebenso angeschlagenen Vereinen bestehen zu können.
  • Potenzial: Das war aber nur eine Ingredienz des Erfolges. Kämpferischer Einsatz allein erzielt meist keine Tore. Schor gar nicht so brillant herausgespielte wie den Siegtreffer in Darmstadt: Engelhardt spielt einen wunderbaren One-Touch-Vertikal-Pass auf Morabit, der diesen schneller verarbeitet als die Verteidiger reagieren können. Im selben Moment antizipiert Drexler die Chance, löst sich von seinem Bewacher und wird von Morabit flach und diagonal bedient. Bingo!
  • Parallelen: Für einen Anhänger des RWE war dieses Tor mindestens ebenso schön wie der Jahrhundert-Treffer des Zlatan Ibrahimović zum 4:2 gegen die bedauernswerten Engländer.
  • Unterschiede: Zum ersten Mal seit dem 5:0-Sieg gegen den BVB II standen sowohl Drexler als auch Morabit in der Startelf. Das ist – aus meiner Sicht – enorm bedeutsam für den RWE. Beide sind in der Lage Spiele alleine zu entscheiden, kommen aber umso besser zur Geltung, je öfter sie in einem Spiel ihre individuellen Fähigkeiten in den Dienst des Miteinander stellen. Können sie ihre Form konservieren und bleiben sie in den kommenden Monaten von längeren Verletzungen verschont, wird der FC Rot-Weiß Erfurt nicht absteigen. Ich wiederhole: Nicht absteigen!
  • Entwicklung: Wenn Thomas Ströhl seine erfreuliche Entwicklung auf der linken defensiven Außenbahn fortsetzt, hat sich unser Problem auf dieser Position erledigt. Gegen Darmstadt stand er nicht nur in der Rückwärtsbewegung sehr gut, sondern schaltete sich auch erfolgreich in die Angriffe auf dieser Seite ein. Er setzte somit die positive Entwicklung der letzten Spiel fort.

Am nächsten Sonnabend kommt Hansa Rostock ins Steigerwaldstadion. Eine Mannschaft mit Ambitionen, die jedoch zuletzt gegen den KSC einen deutlichen Dämpfer erhalten haben. Trotzdem erwarte ich die Hanseaten deutlich offensiver (und spielstärker) als zuletzt Babelsberg. Das bedeutet, es wird mehr Raum für die Spielgestaltung geben. In der Vergangenheit war das meist eine gute Ausgangslage für den RWE.

Erfurt vs. Chemnitzer FC 3:2 / Dem Smail sein Wetter

Überragend: Smail Morabit © www.fototifosi.de

Gut, dass ich diese Texte nie direkt nach einem Spiel des RWE schreibe. Bereits vor Ort im Steigerwaldstadion war mir aufgefallen, dass es eine gewisse Diskrepanz zwischen meiner Wahrnehmung und der meiner Begleiter gab. Um es deutlich zu sagen: Ich war, obwohl wir gewannen, überhaupt nicht zufrieden mit der fußballerischen Performance der Rot-Weißen und quengelte entsprechend herum. Wieder zu Hause studierte ich die bereits vorliegenden Presseberichte, las die Foreneinträge – und beschloss, mir das ganze Spiel noch einmal anzuschauen.

Das Resultat dieser inneren Berufungsverhandlung: Der FC Rot-Weiß Erfurt hat ein gutes Spiel abgeliefert und gewann völlig verdient gegen den Chemnitzer FC.

Sinnvolle taktische Umstellung in der Offensive

Mit der Genesung Morabits kalibrierte Alois Schwartz die taktische Ausrichtung des RWE erneut etwas anders. Ich habe Morabit eher als zweiten Stürmer gesehen, der zuweilen sogar noch vor Tunjic stand (vor allem wenn hohe Bälle erwartet wurden, die Tunjic mit dem Kopf verlängern sollte). Engelhardt spielte wiederum einen rein defensiven Sechser, der deutlich absichernd hinter den anderen Mittelfeldspielern agierte. Diese Absicherung wiederum erlaubte Pfingsten-Reddig, Möhwald und Baumgarten viele Freiheiten nach vorn. Die meisten Spielbeobachter sahen dennoch ein 4-2-3-1, ich jedoch schließe mich den Kollegen von transfermarkt.de an, die ein 4-4-2 notierten. Morabit etwas abgesetzt vom Mittelfeld spielen zu lassen war schon deshalb gut, weil so die Ballsicherheit in der Spitze (auch am Samstag nicht Tunjics Stärke) entscheidend verbessert werden konnte. Und manchmal ist sich Smail Morabit eben selbst genug, wie die beiden großartig erzielten Tore beweisen, die er sich im Grunde selber auflegte.

Völlig unterschiedliche Spielanlage beider Mannschaften

Was mich vor Ort im SWS störte, konnte man (wegen der fehlenden Totalen) im aufgezeichneten Livestream des mdr schon nicht mehr ganz so deutlich erkennen: der RWE machte das Spiel auch eng, wenn er selbst im Angriff war. Viel lief in der ersten Halbzeit über die linke Seite (auf die sich auch Morabit oft orientierte). Der rechte Flügel verwaiste dann völlig. Was ich zuerst für eine taktische Fehlleistung hielt, geschah einfach zu häufig, um als solche genommen zu werden. Es war Absicht. Vermutlich. Über die Gründe kann ich nur spekulieren, Tatsache ist: Es hat funktioniert. In diesem Spiel. Die beiden nominell offensiven Außenbahnspieler Möhwald und Baumgarten haben ein prima Spiel gemacht, fußballerisch wie kämpferisch, offensiv wie defensiv. Aber beide sind von Hause aus keine Flügelspieler a la Robbery, sondern in der Wolle gefärbte zentrale Mittelfeldspieler, die tendenziell die Platzmitte für ihr Spiel bevorzugen. Durch die Verdichtung des Spiels im zentralen Mittelfeld gewann der RWE viele «zweite» Bälle und war nach eigenen Ballverlusten in die defensive Umkehrbewegung hinein von den Chemnitzern nur schwer zu überwinden.

Ganz anders der CFC. Bei Ballgewinn in der Defensive orientierten sich alle Flügelspieler sofort vom Ball weg auf die Außenpositionen, um das nun folgende (geplante) Offensivspiel möglichst breit anzulegen. In der ersten Halbzeit war dies weitgehend ein Muster ohne Wert, denn die hochgradige Verdichtung des Erfurter Mittelfelds gepaart mit einer unterirdischen Passquote verhinderten die so möglichen Spielverlagerungen. In den zweiten 45 Minuten und mit der Einwechslung von Makarenko (toller Spieler!) und Semmer war das schon weit gefährlicher. Sträßer war jetzt der gewohnte Taktgeber des CFC-Spiels und verteilte die Bälle gekonnt auf die Außen. Vor allem über die linke Abwehrseite des RWE wurde es jetzt häufig gefährlich. Was aber mit zunehmender Spieldauer auch an Ströhl lag, der seinem physisch aufwendigen, kämpferischen Stil Tribut zollen musste. Erst der kluge Wechsel Engelhardts auf diese Position sorgte dann wieder für mehr Stabilität.

Beide Mittelfeldroutiniers überzeugten

Apropos Marco Engelhardt, apropos erfahrene Leistungsträger. Pfingsten-Reddig und Engelhardt sind in dieser Spielzeit häufig stark kritisiert worden. Da ist es recht und billig beide für ein richtig gutes Spiel auch mal zu loben. Engelhardt als defensiver Sechser erlaubte sich so gut wie keinen Fehlpass, war geschickt im Zweikampfverhalten (wenig Fouls) und war auch in der zentralen Abwehr als Kopfballspieler stets präsent. Pfingsten-Reddig (mehr Achter als Sechser) zeigte sich ebenfalls ungemein zweikampfstark und schlug viele kluge Pässe auf die Offensivspieler. Sie spielten beide 90 Minuten ohne sichtbaren Substanzverlust durch, was bei diesem tiefen Boden und der läuferisch aufwendigen Spielanlage des RWE durchaus bemerkenswert ist. In dieser Form sind beide für den RWE Gold wert.

Nichtige Nebengeräusche

Verglichen mit der Bedeutung des Spiels gegen Chemnitz und dem unmittelbar bevorstehenden gegen Babelsberg sind die beiden «Vorkommnisse» des Spiels an Randständigkeit kaum zu überbieten.

Morabit setzt sich beim Torjubel eine Brille auf und gestikuliert in Richtung Pressetribüne, well ihm die Berichterstattung der FOTO seine Person betreffend missfällt. So what? Diese öffentlichkeitswirksam vorgetragene Form der Gegendarstellung ist sein gutes Recht. Ich habe schon weniger subtilere Formen des Presseprotestes erlebt. Noch ein Tipp, Smail: Da man sich auf die Nahaufnahmen des mdr verlassen kann, solltest Du das nächste Mal eine Hornbrille mit zentimeterdickem Fensterglas parat halten, das erhöht die Aussagekraft der Message. Ansonsten: gute Show!

Drexler wird (ganz) kurz vor Schluss Opfer einer rein taktischen Auswechslung, nachdem er nur etwas mehr als 20 Minuten auf dem Platz war. Um es kurz zu machen – keine glückliche Entscheidung von Schwartz, wie ich finde. Die erste Adresse für einen Wechsel wäre Tunjic gewesen, der sich nach großer Laufleistung kaum noch auf den Beinen halten konnte. Aber, hej, wir spielen gegen den Abstieg, der Verein befindet sich in schwerer See. Alle Beteiligten sollten diese Marginalie ganz, ganz schnell vergessen. Hier will jetzt niemand was von Einzelschicksalen und Befindlichkeiten hören, sehen und wissen. Gegen zuletzt starke Babelsberger wird es ohnehin schwer genug.

Preußen Münster vs. FC Rot-Weiß Erfurt 3:2

Noch einer der Besten: Thomas Ströhl © www.fototifosi.de

«Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch!» Hätte Hölderlin den RWE am Samstag kicken gesehen, dieser Satz wäre nie geschrieben worden. Dabei hatte ich mir vorher einiges ausgerechnet. Die Preußen waren drei Ligaspiele sieglos geblieben und lieferten unter der Woche dem FC Augsburg einen ebenso beachtlichen wie kraftraubenden Pokalfight. Als dann jedoch klar wurde, dass Drexler und Möckel nicht auflaufen würden, verflüchtigten sich diese Hoffnungen sofort. Fata Morgana nichts dagegen. Ich war sicher, dass diese Ausfälle nicht kompensiert werden könnten – und behielt leider recht.

Das Endresultat war noch das Beste an der Leistung der Erfurter Mannschaft. Oder das Schlimmste. Es ermöglichte Wilfried Mohren die irreführende Überschrift «Knappe Niederlage nach großem Kampf». Das klingt nach Fußball auf Augenhöhe, nach Hoffnung für die nächsten Aufgaben. Stand jetzt, alles falsch: kein Fußball, keine Augenhöhe, keine Hoffnung. Geschenkt, Mohren ist Pressesprecher des Vereins, er wird dafür bezahlt, das Positive aus jedem Spiel zu destillieren, selbst wenn man dafür ein Elektronenmikroskop benötigt. Im Grunde hat Marco Alles in der heutigen Ausgabe der TA sowohl meine Gemütslage als auch meine Einschätzung des Spiels treffend zusammengefasst: Trostlos.

Dann doch noch einige taktische Anmerkungen:

Seit Beginn der Rückrunde der letzten Saison hat der RWE Probleme bei hohen gegnerischen Standards. Alois Schwartz lässt Ecken mit einer Manndeckung verteidigen, wie das auch schon bei Stefan Emmerling der Fall war. Leicht verständlich: Jedem Spieler wird ein Gegenspieler zugeteilt, es kommt darauf an, gegen diesen das Kopfballduell zu gewinnen oder ihn zumindest entscheidend zu stören. Klappt aber nicht und das tut uns in dieser Saison noch sehr viel mehr weh als in der Letzten. Quasi existenzielle Pein. Christian Preußer hatte auf eine kombinierte Raum-Mann-Deckung bei Ecken umgestellt. Diese trägt dem Fakt Rechnung, dass zwei Drittel aller Tore nach Ecken über den sogenannten kurzen Pfosten erzielt werden. In den Spielen unter Preußer versammelten sich in dieser Zone die kopfballstärksten Erfurter Spieler: Möckel und Oumari. Beim Führungstor von Münster war überhaupt nicht zu erkennen, ob es sich um eine Raum- oder Manndeckung handelte. Es herrschte das pure Chaos im Strafraum. Und Oumari stand völlig wirkungslos am langen Pfosten herum.

Alois Schwartz am 11.09.2012 in der Thüringer Allgemeinen: «Ich bin ein Verfechter der offensiven Verteidigung, um den Gegner unter Druck zu setzen, den Ball zu erobern und schnell in die Tiefe zu spielen. Eher der Dortmunder als der Münchner Stil.» Niemand hier hätte etwas dagegen, wenn der RWE diesen Dortmunder Stil beherrschen würde. Nach dem Spiel in Münster müssen daran allerdings große Zweifel angemeldet werden. Die Mannschaft griff oft mit vier Spielern die Preußen tief in deren Hälfte an. Daran beteiligt waren Tunjic, Baumgarten, der ballnahe offensive Außenbahnspieler und Pfingsten-Reddig. Probleme gab es immer, wenn Münster dieses Pressing umspielen konnte, und dies war häufig der Fall. Dann öffnete sich ein gewaltiges Loch im Mittelfeld des RWE. Es ist immer etwas falsch gelaufen im Fußball, wenn Spieler des verteidigenden Teams mit dem Gesicht zum eigenen Tor Ball und Gegner hinterher rennen. Wie bereits bei einschlägigen Versuchen mit dieser Taktik in der letzten Saison (z.B. in Jena) war der Abstand zwischen der pressenden Offensivreihe und der Viererkette (plus Engelhardt davor) viel zu groß. Jegliche Kompaktheit ging dabei flöten. Das war beim Heimspiel gegen Offenbach noch völlig anders: Da liefen nur Tunjic und Möhwald (als zentraler Offensivspieler) die spielaufbauenden Gegner an, dahinter agierten zwei eng verbundene Viererketten. Ich habe den Eindruck, dass die Mannschaft mit dieser Vorwärtsverteidigung völlig überfordert ist. Wenn dem so ist, sollte dieses Experiment unverzüglich und zugunsten einer weniger komplexen Spieltaktik beendet werden. Es nützt nämlich nichts, wenn sie es am 30. Spieltag einigermaßen beherrscht, wir dann aber bereits 25 Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz haben.

Die Außenverteidigerpositionen waren in der letzten Saison bereits eine Dauerbaustelle. Hört sich ein bisschen nebensächlich an – Außenverteidiger. Nicht erst seit der Diskussion um Marcel Schmelzer wissen wir jedoch, dass Außenverteidigern im modernen Fußball eine exorbitant wichtige Rolle zukommt. Will man nicht permanent lange Bälle auf den Wide Receiver Mittelstürmer Mijo Tunjic schlagen müssen, sind sie für den Spielaufbau von kaum zu überschätzender Bedeutung. Spielaufbau bedeutet aber vor allem: sie müssen (als Minimalqualifikation) hohe Ball- und Passsicherheit mit gutem Zweikampfverhalten verbinden. Beides Attribute die momentan weder Czichos noch Ofosu-Ayeh auszeichnen. Hier ist guter Rat teuer, aber ich würde derzeit eher gelernte Mittelfeldspieler für diesen Positionen aufbieten. Baumgarten beispielsweise wäre einen Versuch wert.

Alle Mannschaften im Abstiegskampf haben ein spezifisches Dilemma, so auch der RWE. Nach schlechten Leistungen müsste die Mannschaft auf einigen Positionen umgebaut werden (wie z.B. in der Außenverteidigung). Diese permanenten Wechsel wiederum unterbinden jede Möglichkeit des Einspielens unter Wettkampfbedingungen. Das wäre notwendig, um Automatismen und Konstanz im Spiel zu etablieren. Ein Teufelskreis, um den ich Alois Schwartz nicht beneide.

Landespokal: Jena vs. Erfurt 0:1 / Mit Herz und Hirn

Oumari und Möckel haben alles im Griff © www.fototifosi.de

Der baumlange Jena-Fan vor mir kannte sich erstaunlich fundiert mit den Spielern des RWE aus. Wenn er das verhasste Team aus der Landeshauptstadt nicht gerade lautstark schmähte, klärte er seinen Nachbarn recht detailliert über Stärken und Schwächen unserer Spieler auf. Als in der 85. Minute Morabit für Baumgarten eingewechselt wurde, lautete sein Kommentar: «Jetzt kommt der doch noch, das ist gar nicht gut.» Wie recht er damit haben sollte, zeigte sich nur vier Minuten später. Oumari spielte einen langen Pass auf den besten Erfurter Stürmer. Dieser täuschte eine Ballannahme vor, ließ das Spielgerät jedoch auf Tunjic durchlaufen, der mittels dieser Finte allein auf Berbig zulaufen und vollenden konnte. Ich will dieses Durchlaufen lassen des Balles jetzt nicht zur Heldentat stilisieren, aber die fußballerische Raffinesse die in diesem Move von Morabit lag, fehlte dem Angriffsspiel des RWE bis dahin. (Leider sieht man diese gedankenschnelle Gewitztheit auf den mdr-Bildern nicht wirklich. Ich stand hinter dem Tor, dort erkannte man sofort, dass die Bewegung pure Absicht war.)

Um es etwas überspitzt zu formulieren: Morabit ist derart wichtig für den RWE, dass er selbst ohne Ballberührung ein Spiel mitentscheidet.

Bis zu diesem Zeitpunkt (also quasi über die volle Spielzeit) war der RWE in allen Belangen die bessere Mannschaft. Aber eben nicht deutlich besser, sondern nur graduell. Nicht genug jedenfalls, um es auf die Anzeigetafel zu schaffen. Dass Jena laufen, kämpfen und grätschen würde, konnte angesichts eines Pokalspiels und der fanatischen Kulisse kaum überraschen. Es war das Spiel der Saison für den FCC. Nicht zu übersehen war ebenfalls, dass Petrik Sander ein ziemlich guter Trainer ist. Alles, was so halbwegs unabhängig von der individuell-technischen Qualität der Spieler trainiert werden kann, stimmte im Spiel der Jenaer: aggressives Zweikampfverhalten, kompakte Raumaufteilung, Defensiv-Offensiv-Balance.

Trotz der defensiven Konstanz des FCC erarbeitete sich der RWE gute Möglichkeiten. Drexler und Möckel scheiterten in der ersten Halbzeit an Berbig und am Pfosten, Möhwalds Heber verfehlte in Halbzeit zwei das Tor nur um Zentimeter. Das Team von Alois Schwartz verlor zu keinem Zeitpunkt des Spiels den Überblick und die Kontrolle, ließ sich weder von der Kulisse noch von der robusten Zweikampfführung der Jenaer beeindrucken. Oumari, Möckel und Rickert spielten routiniert und fehlerfrei, erleichtert wurde ihnen das allerdings von der Kompaktheit des Erfurter Mittelfeldes. In der spielentscheidenden Zone des Platzes regierte meist der RWE mit Engelhardt, Pfingsten-Reddig und Baumgarten. Folgerichtig kamen oft nur lange und ungenaue Zuspiele in Richtung der Jenaer Angreifer, die unsere Verteidigung meist mühelos abfangen konnte.

Allerdings hatte der RWE ebenfalls gravierende Probleme im Offensivspiel. Zu häufig wurden schwer zu verarbeitende lange und oder hohe Bälle gespielt. Wenn einmal über mehrere Stationen und mit Raumgewinn kombiniert wurde, fehlte es oft an der Präzision beim finalen Zuspiel in die torgefährliche Zone. Ebenso häufig wurde der Ball vorher schon vertändelt, nicht selten spielte dabei der spätere Torschütze eine kaum zu übersehende ungute Rolle. Fluides Kurzpassspiel verlangt von allen Beteiligten eine hohe Passgenauigkeit – bisher keine ausgeprägte Eigenschaft von Mijo Tunjic. Er hat – wie man in der 89. Minute sehen konnte – seine nachweislichen Stärken im Strafraum, wird er dort gut in Szene gesetzt, macht er Tore.

Fazit: Der RWE hat dieses Pokalviertelfinale verdient gewonnen. Nicht weil die Mannschaft brillant kickte. (Aber damit war bei einem realistischen Blick auf die Dinge kaum zu rechnen.) Sondern weil sie über 90 Minuten konzentriert und engagiert Fußball spielte, ohne Arroganz, dafür mit Herz und Hirn. Eigenschaften, die am Samstag in Münster erneut dringend benötigt werden.

SpVgg Unterhaching vs. FC Rot-Weiß Erfurt 2:2 / Es lebt!

Besser als anders herum: Drexler im Aus, Ball im Tor © www.fototifosi.de

Das war dann wohl die Woche der kuriosen Fußballspiele. Nach dem genial-desaströsen Auftreten der Nationalmannschaft legten auch die SpVgg Unterhaching und der RWE ein Spiel hin, das man so nicht alle Tage sieht.

Ich war neugierig, wie RWE-Trainer Alois Schwartz den Ausfall von Engelhardt und Strangl zu kompensieren gedachte (böse Zungen behaupteten, da gebe es nicht viel zu kompensieren). Auf die von ihm gewählte Variante – mit Bernd Rauw – wäre ich nicht gekommen. Je nach Geschmack konnte man auf eine 4-5-1 oder 4-1-4-1-Formation erkennen. Ich tendiere nach wie vor der Auffassung zu, dass der RWE mit drei Sechsern agierte, die leicht unterschiedlichen Aufgaben nachgingen. Rauw fungierte ausschließlich als Abräumer vor der Abwehr, während Baumgarten, vor allem aber Pfingsten-Reddig, sich außerdem um den Spielaufbau bemühen sollten. Hat das funktioniert? So lala, würde ich sagen. Dafür, dass drei Leute im zentralen Mittelfeld positioniert waren, sahen die Innenverteidiger doch ganz schön häufig die Unterhachinger Stürmer unbedrängt auf sich zu laufen. Pfingsten-Redddig tat die defensive Absicherung trotzdem gut. Er machte sein bestes Spiel seit Langem und auch Baumgartens Debüt in der Startelf bot Anlass zur Hoffnung. Großartig sein geistesgegenwärtiges und exaktes Zuspiel auf Tunjic vor dem Ausgleich zum 1:1. Das eigentlich ein 3:1 hätte sein müssen. Nach ausgeglichenem Spiel in der ersten Phase der Partie, dominierte der RWE die Begegnung und ließ sich auch von der Führung der Oberbayern nicht wirklich irritieren. Schon aus fußballästhetischen Gründen hätte Möhwalds Seitfallzieher eine numerische Entsprechung auf der Anzeigetafel verdient gehabt. Von Tunjics Großchance nach dem besten RWE-Angriff, via Pfingsten-Reddig und Drexler, ganz zu schweigen. Es war zum Verzweifeln. Allerdings: In unserer Situation ist Verzweiflung bereits ein mentaler Fortschritt. Allemal besser, als ob der gezeigten Leistungen in katatonische Starre zu fallen, wie zuletzt geschehen. Dann kam es dennoch, wie es kommen musste. Zwei haarsträubende Fehler, an denen Rickert beide Male hauptdarstellerisch beteiligt war, sorgten für die fast schon absurde 2:1-Halbzeitführung der Gastgeber.

Offensichtlich hatte die Mannschaft in der Pause die Anweisung erhalten, nicht unkontrolliert nach vorne zu spielen, um dem Unterhachinger Konterspiel zu entgehen. Sie hielt sich daran, wenngleich mit einem anderen Resultat als geplant. Nun brachte der RWE offensiv überhaupt nichts mehr zustande. In dieser Phase des Spiels machten die Gastgeber deutlich, dass Tabellen nicht lügen, erspielten sich mehrere großartige Torgelegenheiten (einschließlich Elfmeter), die allesamt ebenso großartig von Rickert vereitelt wurden. Mit der Einwechslung von Ahrens und Temür schaltete Schwartz dann doch auf den Kamikaze-Modus. Wie zwei Rummelboxer mit heruntergelassener Deckung drosch man nun aufeinander ein und der RWE hatte den besseren Punch. Drexler kam im Strafraum nicht sehr mittig und eher zufällig in Ballbesitz, umkurvte Riederer, was seine Lage zum Tor fast aussichtslos werden ließ – und traf in selbiges. Mit artistisch anmutender Körperkontrolle, zum insgesamt verdienten Ausgleich für den RWE. Würde mich nicht wundern, wenn er nach der Saison zum Cirque du Soleil in die Zirkus-Championsleague wechselt. Grandioser Treffer.

Fazit: ein unterhaltsames Gagaspiel. Die erste Hälfte wird von Erfurt (zumindest nach Großchancen) eindeutig beherrscht und 1:2 verloren. In Halbzeit zwei dominiert Haching ebenso handfest und muss dennoch den Ausgleich hinnehmen. Der RWE wusste in einige Phasen des Spiels sogar fußballerisch zu überzeugen und hat zwei Mal einen Rückstand wettgemacht. Aber Vorsicht! Der Verein, seine Fans und sein Blogger wähnten sich nach den Spielen gegen Aachen, Dortmund, Saarbrücken und Offenbach schon einmal auf dem Weg der Genesung, nur um dann erneut vom Laster überrollt zu werden. Noch eine Niederlagenserie kann man sich nicht leisten, denn dann wird aus einer prekären Situation schnell eine aussichtslose.

RWE vs. Stuttgarter Kickers 0:3 / Angst essen Verstand auf

Wie es um den FC Rot-Weiß Erfurt steht, konnte man an den Gesichtern der Zuschauer in meiner Nähe gut ablesen. Quasi: 50 Shades of Fassungs-, Rat- und Hoffnungslosigkeit. Die meisten litten eher still vor sich hin. Bei einigen gewann man den Eindruck sie schauen einem rasanten Tennisspiel zu, so regelmäßig wie sie ihren Kopf schüttelten. Andere, wenige, machten es wie immer und konzentrierten ihren Unmut auf die üblichen Verdächtigen: Tunjic, Pfingsten-Reddig, Engelhardt, Bertram, etc.

Selbst eine kurze taktische Analyse fällt schwer, auch weil ich das Gefühl habe, dass diese niemanden wirklich interessiert. Woher aber kommt der leblose Eindruck, den der RWE über die gesamten 90 Minuten vermittelte? Nun, es war offensichtlich, dass Alois Schwatz sehr viel Wert auf das permanente Einhalten der taktischen Grundordnung legte. Dagegen ist per se nichts einzuwenden. Allerdings führte die Angst vor einem Gegentreffer dazu, dass sie das gesamte Offensivspiel lähmte. Die Außenverteidiger schalteten sich so gut wie nie in die Angriffe ein, was zu permanenter Unterzahl auf den Flügeln führte. Die Spieleröffnung über das zentrale Mittelfeld wurde von den Kickers dadurch unterbunden, dass zum einen die Passwege zugestellt wurden, manchmal nahm man Engelhardt und Pfingsten-Reddig auch in Manndeckung. Damit blieben nur lange Bälle zur Spieleröffnung übrig. Oft wurden diese von Oumari auf den linken Flügel zu Drexler gespielt. Wenn sie denn mal ihren Adressaten fanden, sah sich Drexler meist zwei oder drei Gegenspielern gegenüber. Ein Überladen seiner Seite mittels der Unterstützung durch die Außenverteidiger (oder die Sechser) fand nicht statt. Das war in der letzten Saison noch anders. Da gab es die Variante der langen Bälle von Caillas auf Morabit (meist auch über links) ebenfalls, allerdings unterstützte damals Pfingsten-Reddig sehr häufig den Außenstürmer, was am Samstag völlig unterblieb.

An dieser Stelle stellt sich die grundsätzliche Frage nach dem Spielplan. Sicher ist es von großem Wert, nicht in Rückstand zu geraten. Und es gibt Gegner in dieser Liga, gegen die ein Unentschieden (auch zu Hause) durchaus ein brauchbares Resultat darstellt. Der Aufsteiger Stuttgarter Kickers zählt in seiner jetzigen Verfassung nicht dazu. Gegen die Jungs aus Degerloch muss ich ein Heimspiel gewinnen wollen. Ohne ein gewisses Maß an Risiko wird das nicht funktionieren. Gegen keinen Gegner. Zu diesem Zweck muss sich eben ein Außenverteidiger in die Flügelangriffe einschalten. Wenn die beiden nominellen Spielgestalter im zentralen Mittelfeld sehen, dass die Innenverteidiger Probleme haben Anspielstationen zu finden, muss sich einer zurückfallen lassen, um diese Aufgabe zu erleichtern. Selbst wenn ich – risikominimierend – auf lange Bälle setze, müssen sich ein Sechser und der zentrale offensive Mittelfeldspieler (Möhwald) vorher auf diese Seite orientieren, damit wenigstens ab und an eine dieser Situationen in einen Erfolg versprechenden Angriff mündet (z.B. über die Eroberung bereits abgewehrter «zweiter» Bälle.)

Wie bereits in den Spielen zuvor brach die Mannschaft nach dem Rückstand komplett auseinander, obwohl Schwartz relativ früh und nur positionsersetzend tauschte. Die Grundordnung blieb (nominell) erhalten, nachdem in den Spielen zuvor die Herausnahme eines Sechser bzw. die Auflösung der Viererkette gleichfalls völlig in die Hose gegangen war. Ich hätte bereits zur Halbzeit Tunjic aus dem Spiel genommen und Drexler in die Mitte beordert, einfach um einen Spieler im Sturmzentrum zu haben, der Bälle festmachen und auf nachrückende Mitspieler prallen lassen kann. Etwas was Mijo Tunjic (bei aller Laufbereitschaft) durchweg nicht gelang (und was wohl insgesamt nicht zu seinen Stärken zählt). Keine Ahnung, ob dies etwas verbessert hätte, aber ich hatte nach 45 Minuten schlichtweg das Gefühl (womit ich kaum der Einzige war), dass wir dieses Spiel verlieren werden, wenn sich nichts ändert.

Wie auch immer, momentan haben die Apokalyptiker Konjunktur. Und gute Argumente. Jedenfalls, wenn man Rechthaberei zum obersten Vereinsziel erklärt. Nach dem jetzigen Stand der Dinge wird zutiefst offenbar, dass Rolf Rombach und seine Jünger mit vielem was sie in den letzten Monaten getan, veranlasst und unterlassen haben grandios falsch lagen. Um das zu erkennen, benötigt es nicht viele Worte, ein Blick auf die Tabelle bzw. auf die Leistung der Mannschaft genügt. Dennoch, wozu genau in der gegenwärtigen Lage ein Machtvakuum beim RWE gut sein soll, erschließt sich mir nicht. Die Forderungen nach einem Rücktritt des Präsidenten (mitsamt seiner zugegeben semiprofessionellen Entourage) sind suizidal. Es existiert momentan keine erkennbare Alternative zu ihm, weder personell und schon gar nicht konzeptionell. Ich weiß, dass viele große Sorgen um die Zukunft ihres Vereins haben und auch, dass es allzu menschlich ist, jemanden für Niederlagen sofort haftbar machen zu wollen. Allerdings: Jegliches hat seine Zeit, und gerade jetzt ist der denkbar ungünstigste Zeitpunkt für Scharmützel zwischen Fans und Vereinsführung.

Wir werden diese Scheiße gemeinsam durchstehen oder die Zeit des RWE im deutschen Profifußball ist vorerst abgelaufen.

RWE vs. Wacker Burghausen 0:3 / Weiterkämpfen! Was sonst?

Kämpferisch auf und neben dem Platz: Dominick Drexler / © www.fototifosi.de

In keinem Lehrbuch der Theaterwissenschaften finden sich Handlungsanweisungen für das Stück, das gegenwärtig live-on-stage am Erfurter Steigerwald aufgeführt wird. Mehr noch: selbst Name und Gattung sind unbekannt. Komödie, Satire oder Drama? Mit Happy End oder ohne? Niemand weiß es. Der Theaterdirektor hat den alten Regisseur gefeuert und neue Darsteller verpflichtet. Doch plötzlich stehen alle auf der Bühne in denselben Kulissen wie bereits Wochen zuvor und geben denselben unverständlichen Text von sich. Ein Gefühl höchster Irritation greift um sich.

Was für modernes Theater als Meisterleistung gelten mag, ist für einen Fußballverein ein Desaster. Leider konnte ich dieses Mal nicht vor Ort sein; den größten Teil des Spiels verbrachte ich auf brandenburgischen Fernstraßen, die Tickermeldungen mit zunehmender Spieldauer erleidend (als Beifahrer wohlgemerkt).

Ich bin vermutlich nicht der Einzige, den diese Niederlage an das Spiel gegen Arminia Bielefeld erinnerte, nach dem Stefan Emmerling entlassen wurde. Oder irre ich mich da? Der RWE hatte zumindest die erste Großchance des Spiels, vermutlich geht das Spiel wenigstens nicht verloren, wenn Möckel einnetzt. Nicht in Rückstand zu geraten ist in dieser Liga – mit ihrer exorbitanten Leistungsdichte – erste Fußballerpflicht. Der FC Bayern kann einen Rückstand gegen den VfB Stuttgart locker verkraften und dennoch am Ende 6:1 gewinnen. Sie sind im Vergleich zu den Schwaben fußballerisch eindeutig besser besetzt. Eine ähnliche Dominanz existiert in der 3. Liga nicht. Ein Rückstand ist fatal, weil die gegnerische Mannschaft sich nun auf das konzentrieren kann, was sie viel besser beherrscht, als selbst das Spiel zu gestalten: Kontern, die sich bietenden freien Räume nutzen. Wer hinten liegt, versucht alles um die Niederlage abzuwenden. Er hat keine andere Wahl und ist dabei doch oft so erfolglos wie Alois Schwartz am Samstag. Zwei 0:3-Niederlagen in einer Woche sind zermürbend, sie klingen nach klaren Verhältnissen, wo gar keine waren. Das Umfeld wird noch unruhiger als es in Erfurt ohnehin schon der Fall ist, die Spieler (gerade die jungen) verlieren zusehends ihr Selbstvertrauen. Hamsterrad und so.

Deshalb fand ich das Interview von Dominick Drexler nach dem Spiel wegweisend. Im Wortsinn. Er hatte ein gutes Spiel gemacht, wollte sich auch vom mdr-Fieldreporter sein Selbstvertrauen nicht wegquatschen lassen, nicht in Sack und Asche gehen und gab sich für die nächsten Spiele zuversichtlich. Manchem RWE-Anhänger mag das (Minuten nach einer bitteren und hohen Niederlage) sauer aufstoßen, man hört anlässlich solcher Gelegenheiten wohl lieber wohlfeil vorgetragene Zerknirschung. Ich denke aber, dass Drexler mit dieser Herangehensweise richtig liegt. Ich weiß ebenfalls nicht, wie das Stück mit dem schmucklosen Arbeitstitel „FC Rot-Weiß Erfurt 2012/2013“ ausgehen wird, wohl aber weiß ich, dass mir kämpferische Helden lieber sind, als solche die aussehen und reden als wüssten sie bereits, dass sie als Sargträger engagiert wurden.

Karlsruher SC vs. RWE 3:0 / Hört die Signale!

Es ist schwer, nach solchen Spielen die Balance zu wahren. Auf der einen Seite waren die Kräfteverhältnisse im Wildpark keineswegs so eindeutig, wie es das Resultat nahe legt. Andererseits ist fast ein Drittel der Saison absolviert, der RWE ist 19. der Tabelle und die Leistung gestern war nicht geeignet, auf baldige Genesung des Patienten zu hoffen.

Vor allem gibt mir zu denken, dass die Mannschaft nicht in der Lage war, offensichtlich verunsicherte Karlsruher zu einem Zeitpunkt zu attackieren, als sich dafür Gelegenheit bot. Der KSC begann ganz schwach, doch irgendwie verließen sich die Erfurter darauf, dass dieser Zustand die gesamte Spielzeit über anhält. Das war viel zu passiv. Außer Tunjics Gewaltschuss gab es in Halbzeit eins keinen nennenswerten Torabschluss. Wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt, als der RWE noch mit allen Spielern auf dem Platz stand. Die zeitweilige spielerische Impotenz eines Gegners darf nicht mit eigener Spielkontrolle verwechselt werden. Das ist Selbstbetrug. Barcelona und die Bayern haben Spiele im Griff, in denen sie deutlich führen, um dann dem Gegner in schier endlosen Ballstafetten den letzten Nerv zu rauben. Daran gemessen hatte der RWE gestern zu keinem Zeitpunkt irgendetwas «im Griff». Karlsruhe verfügt über den individuell stärksten Kader aller Drittligisten. Spieler wie Calhanoglu, Krebs, Henning oder Haas können Spiele auch entscheiden, wenn die Mannschaft als Ganzes nicht wirklich funktioniert. Umso wichtiger wäre gewesen, den KSC unter Druck zu setzen. Niemand weiß, ob das zu einem erfolgreicheren Ausgang geführt hätte – mir wäre aber wohler, wenn man es wenigstens beherzt versucht hätte.

Ich hatte anlässlich der Roten Karte gegen Rauw im letzten Spiel ja bereits beklagt, dass die Hemmschwelle für Platzverweise stetig sinkt. Selbiges könnte ich heute erneut vortragen. Um keine Zweifel aufkommen zu lassen: Gemessen an den Vorgaben des DFB sind die beiden Gelben Karten gegen Strangl gerechtfertigt. Der Spieler kennt die Regelauslegung natürlich auch, insofern trägt nicht der Schiedsrichter (der ja auch noch was werden will in seiner Karriere), sondern Marius Strangl die alleinige Schuld an dieser Herausstellung. Einerseits. Andererseits flog er mit einem Allerweltsfoul vom Platz (es war zudem sein erstes überhaupt). Ich bleibe dabei, die Bestrafung – 50 Minuten mit einem Spieler weniger auskommen zu müssen – steht hier in keinem Verhältnis zum begangenen Delikt. Womit wir wieder bei Zeitstrafen wären, der einzigen Alternative, die mir spontan einfällt. Und mit denen ich auch nicht richtig glücklich bin, weil mir schon klar ist, dass sie den Rhythmus eines Fußballspiels schwer beschädigen können.

Wie auch immer. Der RWE hat nunmehr das Fünfte von elf Ligaspielen kartenbedingt in Unterzahl beendet. Nur eines davon ging nicht verloren. Hohe Zeit für Alois Schwartz also, seine Spieler daran zu erinnern, dass es von beträchtlicher Bedeutung ist, ein Spiel in numerischer Gleichzahl mit dem Kontrahenten zu beenden. Wenn das nicht hilft, sollte der Verein über eine Antiaggro-Therapie für einschlägige Kandidaten wie Oumari und Strangl nachdenken. Hätte man womöglich bei Kumbela schon machen sollen.

Ein weiterer Grund zur Sorge ist die mangelhafte Tiefe des rot-weißen Kaders. Wir haben mit Fillinger einen langzeitverletzten Leistungsträger. Ob die Bezeichnung Leistungsträger auf Thomas Ströhl zutrifft, muss er erst noch unter Beweis stellen, sobald er wieder fit für die erste Mannschaft ist. Morabit laboriert noch immer an seinem Muskelfaserriss, hier vernimmt man derzeit ebenfalls keinen konkreten Termin für eine Rückkehr. Die hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lässt, denn er fehlt dem Angriffsspiel des RWE an allen Ecken und Enden. Allein Drexler wird es auf Dauer nicht richten können. Der gegnerische Trainer muss kein Jose Mourinho sein, um zu wissen, dass man sich vor allem auf ihn konzentrieren sollte, will man das Offensivspiel der Erfurter unterbinden. Ich will mir gar nicht vorstellen was passiert, wenn Drexler, Pfingsten-Reddig oder Engelhardt sich verletzen sollten. Wo es in der letzten Saison noch Weidlich, Zedi und Manno gab, gibt es in diesem Jahr nur talentierte aber weitgehend unerfahrene Spieler um diese Positionen ersatzweise einzunehmen.

Exakt hier liegt auch der Unterschied zu einer Mannschaft wie Unterhaching. Die dort eingesetzten jungen Spieler verfügen zumeist über Erfahrung in der Dritten oder wenigstens in der Regionalliga. Schaut man sich die Spieler von Unterhaching näher an, fällt noch eines auf. Fast alle kommen aus dem Fußballbiotop München. Nicht wenige sind bei Bayern oder 1860 ausgebildet worden, bzw. spielen seit ihrer Jugend in Unterhaching. Eine ähnliche Ballung an Talenten findet sich natürlich auch im Ruhrgebiet bis hin zu den ostwestfälischen Vereinen wie Osnabrück, Paderborn, Münster und Bielefeld. Vergleichbare Talentcluster (die sich auch gerne über Transfers regional mischen) existieren im Osten nicht (am ehesten noch in Berlin). Der Vorteil für die Spieler liegt auf der Hand: Sie müssen ihr soziales Umfeld nicht verlassen, wenn sie beispielsweise von 1860 zu Unterhaching wechseln, und bleiben zudem in steter Sichtweite für höhere (sprich besser bezahlte) Aufgaben.

Dieser kleine Exkurs scheint mir notwendig um deutlich zu machen: Die Situation in Erfurt ist eine völlig andere. Der RWE ist fußballerisch gesehen eine Insel ohne Brücken zum Festland. Nachwuchskonzept in Unterhaching bedeutet: Ich verpflichte junge, talentierte, aber durchaus erfahrene Spieler von den Vereinen Bayern München, 1860 München und aus dem eigenen Nachwuchs und forme daraus eine gute Mannschaft. Nachwuchskonzept in Erfurt bedeutet: ich haben einen richtig guten A-Jugend-Jahrgang, behaupte damit ein Konzept zu besitzen und verlasse mich anschließend darauf, dass diese 19-Jährigen schnell zu Stammspielern werden. Alle haben das Zeug dazu, aber sie müssen die Gelegenheit erhalten, behutsam, sachkundig und ihrem Leistungsstand gemäß an die erste Mannschaft herangeführt zu werden. Kaltes Wasser und so – keine gute Idee.

Wir brauchen dringend neues Personal. Das würde ich nicht schreiben, wenn Fillinger gesund und in formidabler Form wäre, Tunjic konstant gut in seinen Leistungen und Morabit nicht immer wieder mal wochenlang ausfallen würde. Denn dann hätte die Mannschaft das Potenzial relativ deutlich die Liga zu halten. Nun, die Realitäten sind leider andere. Deshalb halte ich Verstärkungen im Angriff und im Mittelfeld mittlerweile für unabdingbar. Wohl wissend, dass der Etat des Vereins bereits jetzt auf Kante genäht ist. Jedoch habe ich Rolf Rombach (zuletzt bei der Entlassung Emmerlings) stets so verstanden, dass da über externe Sponsoren immer noch etwas geht.

Holla! Da hat der Präsident wohl nicht zu viel versprochen. Aber sie hätten wenigstens warten können, bis ich den Post publiziert habe. Mist. Soeben lese ich nämlich, dass der RWE Mahmut Temür verpflichtet hat. Dies ist eine viel versprechende Nachricht. Beidfüßig, quasi im gesamten Mittelfeld einsetzbar. Torgefährlich. Klingt gut. Herzlich Willkommen und gleich an die Arbeit, Mahmut!

 

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